Wasser- und Abfallmanagement

Die Gemeinden in die Abfallbewirtschaftung einbeziehen

Aus einem Pilotprojekt im Bereich der Abfallentsorgung, das 2007 zusammen mit einer Vereinigung der Gemeinde Saaba in Burkina Faso in Angriff genommen wurde, ist eine der Hauptachsen des CEAS geworden. In den mittelgrossen Städten Gourcy und Pô konnte im Dialog mit den kommunalen Behörden ein Quantensprung erzielt werden, wo neu die gesamte Bevölkerung, also rund 100‘000 Personen erreicht werden. Gleichzeitig wurde in Senegal, in der Gemeinde N’Dande, ein ähnliches Projekt initiiert.

Das Problem

Jede Sekunde stirbt ein Kind unter 5 Jahren wegen fehlendem Zugang zu Trinkwasser oder zu grundlegenden sanitären Einrichtungen an den Folgen von akutem Durchfall.

Was tun wir?

Wir arbeiten mit der Bevölkerung sowie mit Genossenschaften und Gemeinden vor Ort zusammen.  Wir vermitteln das nötige Wissen und die Fähigkeit, den Abfall umweltgerecht zu entsorgen. Wir erarbeiten konkrete Vorschläge für den Bau effizienter Wasserversorgungssysteme und fördern eine optimale Nutzung der Wasservorkommen.

Projektbeispiel in Burkina Faso:

In Saaba, Gourcy und Pô unterstützt das CEAS seit 2008 drei Vereine, die bereits in diesem Bereich aktiv sind. Aber die Abfallfrage kann nicht alleine dadurch geregelt werden, indem man sich auf die Vereine abstützt – so motiviert und ausgebildet sie auch sein mögen. Vor diesem Hintergrund arbeitet das CEAS seit 2011 daran, die lokalen Verantwortlichen mit einzubinden, denn nur so kann die Abfallbewirtschaftung dauerhaft garantiert werden. Mit ihnen zusammen haben wir die „Plans Stratégique de Gestion des Déchets“ (PSGD) zu Papier gebracht. Dadurch, dass diese Pläne gemeinsam erarbeitet wurden, fand eine Sensibilisierung aller AkteurInnen statt, die nun bereit sind, die Verantwortung und Risiken, die mit diesem Problem verbunden sind, zu tragen. Seit 2013 werden die entworfenen Dokumente auf lokaler Ebene umgesetzt. Ergebnis: Die gesamte Bevölkerung profitiert direkt von unserer Unterstützung, also um die 100‘000 Personen!

Massnahmen in der Umwelterziehung sensibilisation scolaire à la question des déchets
Nebst der Einführung der strategischen Pläne zur Abfallbewirtschaftung (PSGD), hat sich das CEAS dazu entschlossen, gezielte Massnahmen mit hoher symbolischer Bedeutung zu ergreifen. Diese nennen sich „quick wins“ (schnelle Siege) und erlauben es, die Bevölkerung für die Abfallentsorgung zu mobilisieren und für die Projekte zu sensibilisieren. In den Gemeinden Saaba und Gourcy hat sich die Bevölkerung so an der Reinigung der Abwasserkanäle über fast einen Kilometer beteiligt. Die Verantwortlichen des Projektes haben die Kirschen, Moscheen und Tempel besucht, um auf die Probleme und Risiken, die mit dem Abfall verbunden sind, aufmerksam zu machen. Schliesslich wurden bestimmte Berufsgruppen direkt kontaktiert, damit sie die grössten Gefahren, die von ihrem Abfall ausgehen, selber beheben können.

Eine Frage der öffentlichen Gesundheit
Sowohl im Süden, wie im Norden ist heute die Abfallbewirtschaftung zu einer zentralen Problemstellung geworden und wirft Fragen im Bereich der Wirtschaft, des Gesundheitswesens und des Umweltschutzes auf. In Afrika werden in dieser Hinsicht in manchen urbanen Ballungsgebieten Massnahmen ergriffen, aber kleinere Städte stehen der wachsenden Abfallmasse und der Gefahr, die von ihr ausgehen kann, oft hilflos gegenüber. Die Veränderung der Lebensweise durch die wirtschaftliche Entwicklung führt dazu, dass Konsumgüter mit einer kurzen Lebensdauer in unseren Alltag Eingang gefunden haben, beispielsweise Plastiktüten oder Mobiltelefone.

Wenn der Abfall ungenügend behandelt wird, kann er zur Quelle von Krankheiten werden, die Erwachsene und Kinder betreffen. Das Wasser wird verschmutzt und das Vieh hat eine kürzere Lebenserwartung. Ausserdem kann die Wahrnehmung, man lebe in unhygienischen Zuständen psychische Folgen für die Bevölkerung haben. Die Bevölkerung wird davon ausgehen, dass die Behörden unfähig seien, sich um diese bedeutende Angelegenheit zu kümmern.

Dagegen kann die sinnvolle Abfallbewirtschaftung und die Behebung teilweise katastrophaler Zustände sogar Arbeitsplätze schaffen und Einkommen generieren, was zu einem Klima des Vertrauens zwischen BürgerInnen und VolksvertreterInnen führt.