Verzögerungen, aber dafür viel Begeisterung!

Vor einem Jahr stand Unterstützung vielen Seiten zur Verfügung, um ein Projekt zur Entwicklung innovativer Kleinwasserkraftwerke in Madagaskar zu starten. Ein Jahr später sollten trotz unvorhergesehener Umstände die ersten beiden Modelle bald installiert sein.

Das Projekt zur Realisierung von Picokraftwerken an Niedrigwasserfällen in Madagaskar ist ein perfektes Beispiel für die Herausforderungen und Schwierigkeiten der technischen Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der Grossen Insel: Nichts ist einfach, aber es gibt für alles Lösungen, solange wir nicht aufgeben!

Das Projekt begann mit der Suche nach Standorten für die Errichtung dieser Kraftwerke. Auch wenn Madagaskar für seine vielen Flüsse bekannt ist, ist die Suche nach geeigneten Standorten, sowohl technisch als auch sozioökonomisch, eindeutig keine leichte Aufgabe. Erstens muss die Fallhöhe angemessen sein: 3 bis 5 m in unserem Fall. Zweitens muss der Wasserfall in der Nähe eines Dorfes liegen und die Behörden dieses Dorfes müssen für diese Art von Versuchen offen sein. Und Drittens müssen die Tiefbauarbeiten relativ einfach durchführbar sein. Ein grosser Unterschied zur Schweiz ist zudem, dass das Wasser hier sehr stark mit Sand, Erde und Abfall belastet ist. Das Ergebnis davon: Die in Freiburg durchgeführten Tests sind nicht direkt mit den Feldversuchen in der madagassischen Landschaft vergleichbar. Glücklicherweise hat es uns die lokale Expertise ermöglicht, eine effiziente Entsandungsanlage zu entwickeln, die den Betrieb der Turbine ermöglicht.

Der programmierbare Regler, der in den Augen der StudentInnen der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg (HEIA) erst perfekt erschien, ist leider nicht gut an die ländliche madagassische Welt angepasst. Es erfordert Programmierkenntnisse, einen relativ leistungsstarken Laptop-Computer und eine Stromquelle, um es zu betreiben. So müssen wir zurückgehen und das Konzept überdenken, damit es von madagassischen HandwerkerInnen übernommen werden kann.

Gute Gründe zur Hoffnung

Glücklicherweise werden wir dank der HEIA-StudentInnen und – ProfessorInnen bald ein brandneues Modell erhalten, das viel einfacher zu regulieren ist. Und dadurch wird das Projekt sinnvoll sein, denn die Handwerker, denen wir im Laufe des Jahres folgen konnten, lernten, wie man eine Turbine baut sowie wie man den Wasserspeicher und den Sandfang dimensioniert. Sobald sie die Regulierung erfolgreich gemeistert haben, wird der Technologietransfer zwischen der Schweiz und Madagaskar erfolgreich sein.

Derzeit sind wir dabei, die verbleibenden Probleme im ersten Kraftwerk zu beheben, und so werden die Begünstigten, die am Austausch zwischen der Schweiz und Madagaskar teilgenommen haben, endlich Licht in ihrem Gemeindezentrum haben.

Gleichzeitig wurde im Dorf Manakasina ein zweiter geeigneter Standort ausfindig gemacht, und die sich in Entwicklung befindende Anlage soll dort bald ihren Platz finden. Diesmal sollte es einen Kiosk mit Strom versorgen, der für die Vermietung von tragbaren Lampen vorgesehen ist. Ähnlich wie bei anderen Kiosken von CEAS können die BewohnerInnen dieses abgelegenen Dorfes tagsüber tragbare Lampen aufladen, um abends Licht zu Hause zu haben. Damit werden nach und nach teure, gefährliche und gesundheitsschädliche Kerzen und Öllampen ersetzt.

Wir werden Sie über die Fortsetzung dieses Projekts auf dem Laufenden halten. Ein grosses Dankeschön bereits im Voraus für Ihr Vertrauen und Ihre Geduld!

Joël Maridor, CEAS-Koordinatorin in Madagaskar

Pico Andriambilany

Der Gemeinschaftssaal von Andriambilany ist bereits mit dem Mini-Wasserkraftwerk verbunden. Es muss nur noch die Installation abgeschlossen werden.

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