Stellungnahme Zivildienst

Das Ende der Auslandseinsätze für Schweizer Zivilisten: eine echte Einbusse!

Der Bundesrat hat in seiner Botschaft vom 20. Februar an das Parlament zur Änderung des Bundesgesetzes über den öffentlichen Dienst acht Massnahmen beschrieben, um den Zivildienst „weniger attraktiv zu machen“.

Als Organisation der Entwicklungszusammenarbeit war die letzte für uns von besonderem Interesse. Nach dem Konsultationsprozess wird es Zivilisten untersagt, ihren Dienst im Ausland zu verrichten.

Wir stellen die Auswirkungen einer solchen Massnahme auf die Attraktivität des Zivildienstes stark in Frage. Zunächst ist anzumerken, dass die offizielle Website des Bundes die Auslandsentsendungen als „Sonderfall“ bezeichnet und festlegt, dass sie in der Regel in den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit oder der humanitären Hilfe fallen. Im Jahr 2017 machten diese beiden Kategorien jedoch 1,8% der Einsätze von Zivildienstleistenden aus. Und der überwiegende Teil dieser Aufträge liegt in der Schweiz! Im Jahr 2012 leisteten nur 162 junge Menschen ihren Zivildienst ganz oder teilweise im Ausland.

Ein grosser Verlust für die Schweiz

Trotz ihrer geringen Anzahl wirken sich diese Auslandseinsätze jedoch sehr positiv aus, auch für die Schweiz. Zivilisten, die sich im Ausland für eine Schweizer Organisation engagieren, sind junge, qualifizierte Fachleute, die aussergewöhnliche Investitionen nachweisen müssen, weit entfernt von dem Bild von Backpackern, das einige gerne beibehalten würden. Ihr Ausreise bedarf zudem einer besonderen Genehmigung der Schweizer Behörden. Sie sind in vom Bund anerkannten Schweizer Institutionen engagiert, stehen für eine junge, dynamische und engagierte Schweiz und tragen so zum Einfluss unseres Landes im Ausland bei. Aber erst nach ihrer Rückkehr profitieren die Schweiz und ihre Wirtschaft am meisten von dem neu erworbenen Wissen.

Die Integration in ein Projekt der Entwicklungszusammenarbeit im Ausland ist keine leichte Aufgabe. Unabhängig von Ihrer Grundausbildung müssen sie Flexibilität, Anpassung, Führung, Empathie, Strenge usw. zeigen. Kurz gesagt, alle Eigenschaften, die unsere Schweizer Unternehmen anstreben.

Das CEAS – Centre Ecologique Albert Schweitzer wurde Anfang der 2000er Jahre als Auftragsinstitution anerkannt. Unter den Dutzenden von jungen Menschen, die ihrem Land in unserer Einrichtung gedient haben, ist eine Minderheit ins Ausland entsandt worden. Die Auswirkungen ihrer Arbeit sind jedoch sichtbar und signifikant. Ihre Massnahmen haben das Leben ganzer Familien verändert, indem sie dazu beigetragen haben, abgelegene Dörfer zu elektrifizieren, lokale Kleinunternehmen zu unterstützen und Lösungen zur Nahrungsmittelkonservierung zu entwickeln.

Als sie zurückkehrten, konnten sie, anstatt sich damit abzufinden, arbeitslos zu werden, wie leider viele junge Menschen, die in den Arbeitsmarkt eintreten, bedeutende Fähigkeiten und Erfahrungen einbringen, die von unseren KMU und Grossunternehmen geschätzt werden. Sie sind auch bereichert durch verschiedene Kulturen und Praktiken zurückgekehrt, die es ihnen ermöglichen, den Geist der Innovation und Kreativität zu fördern, der für den Erhalt des Wirtschaftsstandortes Schweiz notwendig ist.

Ein Verbot von Auslandseinsätzen hätte also nicht nur praktisch keine Auswirkungen auf die Zahl der Zivilpersonen, sondern hätte auch erhebliche negative Auswirkungen: für Schweizer NGOs und ihre Begünstigten, aber auch auf die Wirtschaft und das Image unseres Landes.

Bleiben Sie informiert!

Durch unsere Zeitung erhalten sie regelmässig aktuelle Infos zu unseren Projekten.

Folgen Sie uns

Website erstellt mit der Unterstützung von

Unterstützen Sie uns

  • CEAS – Centre Ecologique Albert Schweitzer
    Rue des Amandiers 2
    CH-2000 Neuchâtel

  • CPP 20-888-7

2019 © Centre Ecologique Albert Schweitzer Suisse
powered by IdealPC Sàrl